Dörte Lützel-Walz

Vita

2003–2004  Freie Kunstschule Berlin (Serge Waha, Ute Wöllmann)
2005–2009  Studium der Malerei an der Akademie für Malerei Berlin
2009    Abschluss des Studiums mit öffentlicher Präsentation (Katalog)
        Meisterschülerin von Ute Wöllmann
2009–2012  Lehrauftrag für Malerei, Akademie für Malerei Berlin
seit 2010  freischaffende Künstlerin, lebt und arbeitet in Berlin
seit 2010  Mitglied im Kunstverein Kunsthaus Potsdam e.V.
2012–2013  Mitglied der Produzentengalerie ROOT, Berlin
2013    In der Sammlung des Auswärtigen Amtes vertreten
Seit 2015  Mitglied im Kunstverein KUNST.RAUM.STEGLITZ.e.V.
2017    Ausstellungsorganisation (Projektleitung) bei Open Call-Ausstellung
        „Kult im Wandel“, KUNST.RAUM.STEGLITZ.e.V. Berlin
2018–2019  Vertreten durch die Online-Galerie New German Art
2023    Mitglied XANTHIPPE e.V. Berliner Fraueninitiative
2024    Mitglied in der GEDOK Berlin

Statement zu meiner Arbeit

Meine Malerei ist abstrakt und enthält keine narrative Struktur. Im Zentrum steht die Bandbreite meiner eigenen Emotionen, die durch meine Lebensweise, durch bewusste und unbewusste Erfahrungen des täglichen Lebens und insbesondere durch Naturerleben geprägt werden. Meine inneren Bildlandschaften sind abstrakte Momentaufnahmen, die sich später in Farbe und Form materialisieren. So entstehen Bildräume, die offen sind für Interpretation und Reflexion.

Unverkennbar ist die Farbe das zentrale Thema meiner Malerei. Ich nutze sie mit all ihren Eigenschaften – ihrer Flüchtigkeit oder Intensität – als Licht- und Energieträger und als Vermittlerin von Emotionen. Farbe ist für mich ein Medium, dessen suggestive Kraft Bildwelten entstehen lässt, die jenseits der Realität liegen und dennoch reale Empfindungen evozieren. Es geht um Licht und Dunkelheit, Wärme und Kälte, Tiefe, Nähe, Gegenwart oder Vergangenheit – um Assoziationen unterschiedlichster Art, auf die sich der Betrachter einlassen kann.

Im Arbeitsprozess gebe ich dem Zufall viel Raum. Formen jeglicher Art bilden sich, entstehen, vergehen wieder oder verfestigen sich im Zusammenspiel von Zufall und Kontrolle. Kalkulierbares trifft auf Nichtkalkulierbares, Ordnung auf Unordnung, Kontrolle auf das Unwägbare. Am Ende finden sich diese Bewegungen und Emotionen des Arbeitsprozesses im Werk wieder.

Ausstellungen/Messebeteiligungen

2025
 „Archipel der Freundlichen Utopien“, Inselgalerie Berlin
 „NEUaufnahmen“, Galerie GEDOK Berlin
 „Blickwinkel’25“, Kunstverein Kunsthaus Potsdam

2024
 „KONVERGENZEN DIVERGENZEN“, Galerie CARLS ART 78, Eckernförde
 „JAPAN ART FESTIVAL“ JEPAA Berlin, Schloss Charlottenburg, Große Orangerie
 „ARTBOX.PROJECT Venezia 2.0“, BIENNALE ARTBOX EXPO 2024, Cipriarte Gallery

2023
 INCorporating art fair, Hamburg
 „VARIABLE X“, Inselgalerie Berlin
 „Fliessende Farben – Flatternde Fahnen“, Folieninstallation, Atelierhof Werenzhain (E)
 „Fundstücke und Gefundenes“, Galerie Salon Halit Art
 „Im Fokus die Weite“, Inselgalerie Berlin (E)

2022
 „Bewegung und Stille“, kunst am bahnhof bad saarow e.V., Bad Saarow (E)
 „ART STEGLITZ 2022“, Mitgliederausstellung KUNST.RAUM.STEGLITZ.e.V.,
  Primobuch Berlin (Kunstraum)

2021
 „ART FESTIVAL 2021“ (JEPAA),
  Japanische und deutsche Künstler, Tokyo Metropolitan Theatre
 „Fresh Legs“, Open Call, Inselgalerie Berlin / Galerie Heike Arndt

2020
 „Kein Thema 4“, Gruppenausstellung, Kunsthaus Potsdam

2019
 „Die Kraft der Farbe“, kunst am bahnhof e.V., Bad Saarow (E)
 „KONTRASTE“, Galerie im Kaiserin-Friedrich-Haus, Berlin (E)
 „Kein Thema 3“, Kunstverein Kunsthaus Potsdam

2018
 „Widerstand | Entladung“, Primobuch Berlin (Kunstraum) (E)
 „transformart“, Kunstfestival Berlin Oberschöneweide
 „Kunstlicht“, Kunstfestival Gärtnerhof Velten

Der Lauf der Farbe

Dörte Lützel-Walz hat sich während ihrer künstlerischen Entwicklung intensiv mit den verschiedenen Aggregatszuständen flüssiger Farbe auseinandergesetzt. Schon immer war dies der bildbestimmende Teil ihrer Farbkompositionen. Sie hat sich konsequent auf das Verlaufen der Farbe konzentriert und sich dem Prozess des Fließens ganz und gar verschrieben.

Materialschlachten zu Beginn ihres Studiums, Papier- und Stoffcollagen innerhalb der Bildfläche sowie das teilweise Abreißen dieser Partien brachten sie in eine große Nähe zu international bekannten Positionen des Kunstmarktes, etwa zu Fred Thieler. Doch Dörte Lützel-Walz hat sich selbstbewusst aus diesem Schatten ihres künstlerischen Vorbildes herausgearbeitet und einen ganz eigenen Standpunkt entwickelt.

Nichts ist in ihren Bildern dem Zufall überlassen. Sehr genau weiß sie, wie sich flüssige Farbe verhält: Sie steuert bewusst Fließrichtung und Lauflänge, sie kennt die Saugkraft des Stoffes, das Ineinanderlaufen nasser Farben und die Art, wie die zehnte lasierende Farbschicht auf der darunterliegenden Schicht stehen bleibt. In dem farbgewaltigen Dickicht aus auf- und abwärts laufenden Farbrinnsalen dirigiert sie die Einsätze der Farbakkorde und den Paukenschlag der geworfenen oder gespritzten Farbe. So entwickelt ihr gesamtes Farbinstrumentarium am Ende den Orchesterklang des Bildes.

Neonfarbene Polarlichter blitzen im dunklen Nachtblau, rote Rinnsale diffundieren in neblig helle Farbschwaden, schwarze Farbflüsse wachsen wie Pflanzentriebe nach oben in Richtung eines grünen Farblichts, Farbwässer schleudern über die Bildoberfläche. Ihre Bilder erinnern an heftigen Regen, der ein Wetterleuchten auswäscht. Auch der Betrachter muss sich diesem Fluss der Farbe anvertrauen – und wird mit einem einzigartigen Seherlebnis belohnt.

Intensiv hat Dörte Lützel-Walz sich mit allen künstlerischen Ausprägungen innerhalb dieses Segments der abstrakten Malerei auseinandergesetzt. Ihr innovativer Standpunkt wirkt leicht und selbstverständlich und ist doch das Ergebnis jahrelanger, harter und konsequenter Arbeit. Deshalb bin ich sehr stolz darauf, Dörte Lützel-Walz zu meiner vierten Meisterschülerin zu ernennen. Ich bin sicher, dass ihre Bilder auffallen und ihren gebührenden Platz im Kunstmarkt erobern werden. Ich wünsche ihr Glück und Erfolg.

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