Ilka Schneider

Künstlerporträt

In my work I invent abstract spaces out of Chinese ink and lots of water. Within this mess I depict creatures that I developed through automatic drawing techniques, who often appear lost or ill-equipped to deal with the chaos around them. I understand my work as syndetic, which means I add things without differentiating and analyzing what’s important or better or right. This ambiguos approach is an open offer to the viewer to interpret or just relate.

For me, the process of using black ink reflects for me life itself. Once applied, the ink can’t be overpainted. What’s done is done. I can try to embellish or hide something, but it will shine through. As in life, I have to live with it. The large amounts of water I use in the process add an aspect of coincidence and chaos.

Nevertheless I treat my creatures, who don’t fulfill normative expectations of beauty, gender and competence, with tenderness, curiosity and humour. They help me to explore the invisible and the well-hidden; the fear of bottomlessness; the feeling of being overwhelmed; the fright just before the fall; the resilience in front of multiple impositions; the goofiness in unfamiliar situations; and the shame that comes with all of that.

 

In meinen Bildern entwerfe ich abstrakte Räume aus chinesischer Tusche und Unmengen von Wasser. In dieses Chaos werfe ich automatisch erzeichnete Wesen, die oft nicht in der Lage zu sein scheinen, darin zu bestehen. Ich begreife meine Arbeit als syndetisch, was heißt, dass ich Dinge hinzufüge, ohne zu unterscheiden oder zu analysieren, was wichtig ist. Oder besser. Oder richtig. Dieser uneindeutiger Ansatz ist ein Angebot an den/die Betrachter*in zur eigenen Interpretation oder auch nur zur emotionalen Verbindung mit dem Bild.

Die Verwendung von chinesischer Tusche spiegelt für mich das Leben selbst wieder. Einmal aufgetragen, kann sie nicht mehr übermalt werden. Es ist, was es ist. Ich kann versuchen, etwas zu verstecken oder aufzuhübschen, aber es wird durchscheinen. Wie im Leben, muss ich damit leben. Das viele Wasser, das im Arbeitsprozess zum Einsatz kommt, erweitert den Bildraum um Zufälligkeit und Chaos.

Und doch behandele ich meine Wesen, die keine normativen Erwartungen hinsichtlich Schönheit, Gender und Fähigkeit erfüllen, mit Zärtlichkeit, Neugier und Humor. Sie helfen mir das Unsichtbare und Versteckte zu erforschen. Die Angst vor der Bodenlosigkeit, das Gefühl von Überwältigung, der Schreck vor dem Fall, die Zähigkeit angesichts zahlloser Zumutungen, die Unbeholfenheit in unbekannten Situationen. Und die Scham, die das alles umgibt.

Über mich

2019 Abschluss des Masterstudiums als Meisterschülerin an der Akademie für Malerei Berlin

2019 Austauschstipendium mit der Freien Akademie der bildenden Künste Kärnten

2014 – 2019
 Studium an der Akademie für Malerei Berlin

2006 – 2013
 Kalligrafieunterricht bei Su Chungui, Berlin

2005 – 2006 
Unterricht bei den Malern Feng Xianmin und Li Shanqing, Tainan/Taiwan

 

Einzel- und Gruppenausstellungen (Auswahl)

2024 Danach, Galerie der Gedok, Berlin

2023 Kunst im Karton, Gerichtshöfe Wedding, Berlin

2023 Inwärts-Auswärts, Ausstellung mit Maki Shimizu, Tenri-Kulturwerkstatt, Köln

2023 FATArt Art Fair, Schaffhausen

2023 Teilnahme 6. offenes Atelier am Rothaarsteig

2023 Dürre, Root on the Road, Kulturruine Reichenow

2022 Kunstmesse im Frauenmuseum Bonn

2022 Mongol Art Gallery, Ulaan Bataar

2021 Schwarz auf Weiß, Ausstellung mit Ursula Commandeur, Galerie Root, Berlin

2020 artig Kunstpreis, Galerie für zeitgenössische Kunst, Kempten

2019 Galerie der BBK Österreich, Landesverband Kärnten (BV- Galerie), Klagenfurt

2018 „transformArt“, Transformatorenwerk Oberschöneweide Berlin

2013 „wind-fang“, Galerie des Kunstvereins Ottobrunn

2011/2012  Galerie ziz, Ausstellung mit Emerita Pansowowá, Berlin

 

 

Ausstellungen

Weißer Zwerg

2023 – Tusche und Gelstift auf Nessel, 57 × 92 cm

Ziel im Leben

2020 – Tusche und Graphit auf Steinpapier, 72 × 100 cm  

Zu dritt

2021 –Tusche und Graphit auf Nessel, 175 × 55 cme

durchlich

2018 – Tusche, Acryl und Graphit auf Nessel, 195 × 75 cm
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